FRANZÖSICHE REVOLUTION


Zusammenfassung:

Frankreich war nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) die stärkste Macht Europas. Im 18.Jahrhundert kam es aber unter aufgeklärten Herrschern in vielen Staaten Europas zu Reformen, die dem Volk das Leben ein wenig erleichterten. In Frankreich jedoch war der absolutistische König gegen jede Veränderung und es kam zu einem Reformstau. Die Bürger beklagten die hohen Steuern und die Bauern die Abhängigkeit vom Grundherrn. Der Adel lebte aber weiter im Luxus. Der König versuchte jeden Widerstand im Keim zu ersticken und die Gedanken der Aufklärung zu unterdrücken und führte Frankreich somit in den Bankrott. Es kommt zur Französische Revolution.

Hauptgründe für den Ausbruch der Französischen Revolution:

• Politische Machtlosigkeit des Dritten Standes -> fordern Mitspracherecht

• Wirtschaftskrise und Hungersnot

• Staatsschulden

• Ideen der Aufklärung -> Einschränkung der Macht des Königs und Gewaltenteilung

Verlauf der Französischen Revolution:

Vorgeschichte

1788 war Frankreich bankrott und der damalige König Ludwig XVI. (1754-1793) wollte die Situation mit einer neuen Steuereinhebung retten. So berief er am 5.Mai 1789 erstmals nach 170 Jahren wieder die Generalstände ein. Jeder der drei Stände wurde durch eine bestimmte Anzahl an Vertretern repräsentiert (Adel und Geistliche zu je 300 und der 3.Stand durch 600 Vertreter). Auch kamen die Vertreter des dritten Standes mit neuen Forderungen nach politischer Mitsprache und Steuergerechtigkeit auf. Diese ignorierte der König jedoch. Abgestimmt wurde nach Ständen und nicht nach Köpfen. Somit konnte der 3.Stand leicht überstimmt werden. Die Abgeordneten des 3.Standes wollten dies aber nicht akzeptieren und so wurde am 17.Juni 1789 die Nationalversammlung („Vertreter des Volkes“) ausgerufen. Am 20.Juni 1789 kam es zum „Ballhausschwur“, wo sich die Anhänger der Nationalversammlung schworen, dass sie erst wieder auseinandergehen, wenn Frankreich eine Verfassung hat. Der König reagierte jedoch schnell auf diese Entwicklung und ließ Truppen in Paris aufmarschieren. In dieser Zeit stiegen die Getreidepreise und Steuern enorm. Die Lebensumstände in der Stadt verschlechterten sich somit immer mehr. Dies nahm die Pariser Bevölkerung nicht länger hin und die Situation in der Stadt beginnt sich zu radikalisieren und die Französische Revolution beginnt sich von der Stadt aus auszubreiten.

Die erste Phase der Revolution (1789-1791)

Die aufgebrachten Pariser Bürger versammelten sich und stürmten am 14.Juli 1789 die „Bastille“ („Sturm auf die Bastille“) und zerstörten dieses Gefängnis. Dem Volksaufstand schlossen sich immer mehr Menschen an. Die Bürger in der Stadt versuchten sich zu bewaffnen und plünderten die Waffenlager und befreiten Gefangene. Auch Bauern am Land, die sich gegen ihre Grundherren auflehnten, kamen hinzu. Am 4.August 1789 veröffentlichte die Nationalversammlung die „Augustbeschlüsse“. In diesen Beschlüssen forderten sie die Bauernbefreiung, die Abschaffung der Leibeigenschaft und die Beseitigung von Rechtsungleichheiten. Ende August folgte nach amerikanischem Vorbild die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Diese kann man auch unter den Schlagwörtern „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ zusammenfassen. Man forderte persönliche Freiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und politische Freiheit. Jedoch benötigte man für diese Beschlüsse die Unterschrift des Königs. Dieser versuchte die Unterzeichnung hinauszuzögern. Die Demonstrationen der Bürger nahmen zu. Es folgte der sogenannten „Brotaufstand“. So unterzeichnete Ludwig XVI. am 13/14.September 1791 die Verfassung und Frankreich wurde eine konstitutionelle Monarchie (Vorbild: Großbritannien). Dies war aber für die radikalen Revolutionäre der Jakobiner noch nicht genug. Sie forderten die Absetzung von Ludwig XVI. und die Ausrufung der Republik und somit das Ende der Monarchie.

Die zweite Phase der Revolution (1792-1794)

Ludwig XVI. versuchte zu fliehen und forderte andere Monarchen Europas auf, Frankreich anzugreifen, um seinen Kopf zu retten und ein Ausbreiten der französischen Revolution zu verhindern. So kam es zu fünf Koalitionskriegen europäischer Mächte gegen Frankreich. Innenpolitisch wurde die Lage immer radikaler. Man wollte die Monarchie abschaffen und den verhassten König absetzen. Vor allem dafür verantwortlich war der Klub der Jakobiner. Die Jakobiner wurden nach ihrem Tagungsort, dem Kloster St. Jakob, benannt. Letztendlich setzten sich die Monarchiegegner auch im Nationalkonvent (ehemals Nationalversammlung) durch und Frankreich wurde am 22.September 1792 zur Republik. Es kam zu einem Schauprozess gegen den König Ludwig XVI. und dieser wurde am 21.Jänner 1793 öffentlich hingerichtet. Die zunehmende verschlechternde wirtschaftliche Lage führte zu einer weiteren Radikalisierung in Frankreich und zur Schreckensherrschaft der Jakobiner (1793-1794) unter Robespierre.

Die dritte Phase der Revolution (1795-1799)

Nach dem Tod Robespierres erhielt Frankreich 1794 eine neue Verfassung und 1795 kam ein fünfköpfiges Direktorium an die Macht, das das Land wieder zu stabilisieren versuchte. Zu dieser Zeit kam auch General Napoleon Bonaparte auf, der 1799 das Direktorium stürzte und sich zum „Ersten Konsul“, quasi zum Alleinherrscher, ernannte. Damit endete die Französische Revolution 1799.

Folgen für Frankreich:

• Beseitigung des Absolutismus

• Einführung von Menschen- und Bürgerrechten

• Frankreich wird für kurze Zeit zu einer Republik

• Einführung einer Verfassung mit Gewaltenteilung (Exekutive, Legislative, Judikative)

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